Das Kyoto-Protokoll

    Um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern, wurde die Internationale Klimarahmenkonvention (UNFCCC) geschlossen. 1997 fand in Kyoto die dritte Vertragsstaatenkonferenz der UNFCCC statt. Deren Abschlussdokument – das so genannte Kyoto-Protokoll – ist ein völkerrechtlich verbindliches, internationales Abkommen, in dem sich die 141 teilnehmenden Nationen verpflichtet haben, konkrete Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgas Emissionen zu ergreifen.

    Die Vertragsstaaten einigten sich darauf, den CO2-Ausstoß bis zum Jahre 2012 um durchschnittlich 5,2% unter das Niveau von 1990 zu senken.
    Für verschiedene Länder und Ländergruppen wurden in Kyoto unterschiedliche Obergrenzen für Treibhausgas-Emissionen festgelegt. Diese Grenzen hängen vor allem von der wirtschaftlichen Entwicklung der Staaten ab. So sind für China, Indien und Entwicklungsländer keine Beschränkungen vorgesehen. Russland und die Ukraine sollen ihren Treibhausgas Ausstoß lediglich nicht erhöhen. Die EU hat sich zu durchschnittlich 8% Reduktion verpflichtet. Deutschland will den CO2-Ausstoß in dieser Periode um 21% verringern.
    Das Kyoto-Protokoll sollte erst in Kraft treten, wenn es von mindestens 55 Staaten ratifiziert war, die zusammen für mindestens 55% des weltweiten Treibhausgas Ausstoßes verantwortlich sind. Da wichtige Staaten – vor allem die USA mit 25% der weltweiten Treibhausgasemissionen – das Abkommen zwar unterzeichneten, die Ratifizierung aber verweigern, war die zweite Bedingung erst nach der Ratifizierung durch die anderen Hauptverursacher des Treibhausgas-Ausstoßes – China, Indien und zuletzt Russland – erfüllt, so dass das Kyoto-Protokoll erst am 16. Februar 2005 in Kraft trat.
    Die bisher ablehnende Haltung der alten US-Regierung zum Kyoto-Protokoll wird aber nicht von allen Amerikanern geteilt: Vier von fünf Kaliforniern sprechen sich für einen gesetzlichen Klimaschutz aus. Der bevölkerungsreichste Bundesstaat verabschiedete im September 2006 ein Gesetz, das eine Reduktion des CO2-Ausstoßes um 25% bis 2020 vorsieht.
    Der neue Präsident Obama bereitet aber nunmehr ein Emissionshandelssystem in den USA vor. Es soll bis 2012 gesetzlich verabschiedet werden. 
    Mit den im Kyoto-Protokoll festgelegten Maßnahmen wird der zukünftige Temperaturanstieg nach heutigem Kenntnisstand zwar verlangsamt, nicht aber verhindert. Um den weiteren Temperaturanstieg auf einen noch verträglichen Wert zu begrenzen, ist eine weit über das Kyoto-Protokoll hinausgehende Verringerung des CO2-Ausstoßes in allen Bereichen unseres Lebens notwendig.

    Erreicht werden soll die Verringerung des CO2-Ausstoßes unter anderem durch Energiesparen, den Einsatz erneuerbarer Energien und durch die Einführung des Emissionshandels.

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