Verpflichtender CO2-Emissionshandel

    In der EU sind Unternehmen und Anlagen ab einer Leistung von 20 MW Feuerungswärmeleistung und bestimmte Anlagen der Industrie verpflichtet, am Emissionshandel teilzunehmen. In der EU sind das etwa 12.000, in Deutschland etwa 2.400 Anlagen von rund 1.000 Unternehmen. Sie erhalten dazu EUA Emissionsberechtigungen (EUAs European Allowances), die zum Ausstoß einer bestimmten Menge CO2 berechtigen. Ein EUA ist also die Berechtigung, eine Tonne CO2 ausstoßen zu dürfen. Stößt ein Unternehmen weniger CO2 aus, kann es überschüssige Emissionsberechtigungen verkaufen. Ein Unternehmen, das mehr CO2 ausstößt, muss Emissionsberechtigungen zukaufen. Alternativ kann es sich an geprüften Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern beteiligen.
    In jeder Handelsperiode (2005-2007, 2008-2012) werden den Unternehmen stets weniger Emissionsberechtigungen zugeteilt, als sie in der vorherigen Periode verbraucht haben. Mit dem Emissionshandel wird also die Genehmigung zum CO2-Ausstoß verknappt und der CO2-Ausstoß bekommt einen Preis. Dadurch werden Marktkräfte wirksam, die erstens Investitionen in moderne, klimaschonende Technologien anregen sollen und zweitens dafür sorgen sollen, dass Treibhausgas-Emissionen dort reduziert werden, wo dies am effektivsten ist.
    Zu diesem Zweck sieht das Kyoto-Protokoll auch einen Mechanismus vor (Clean Development Mechanism; CDM), wonach Unternehmen Emissionsreduktionen nicht unbedingt in ihren eigenen Werken und Anlagen erbringen müssen. Sie können sich auch an Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern beteiligen, die geprüft und von den UN registriert werden. Diese Projekte geben CO2-Einsparzertifikate heraus, die als Certified Emission Reductions (CER) bezeichnet werden. CERs kamen im Frühjahr 2008 auf den europäischen Emissionshandelsmarkt. Unternehmen können seit dem in begrenztem Umfang EUAs im Verhältnis 1:1 durch CERs ersetzen.
    Es gibt also verschiedene Typen von Zertifikaten, die wichtigsten sind:
    • EUA I (EU-Allowances) sind staatlich zugeteilte Emissionsberechtigungen zum Ausstoß einer bestimmten Menge CO2 im Jahre 2005-2007. Dieser Zertifikat-Typ wurde im europäischen Emissionshandel von über 8.000 Firmen zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Verpflichtungen verwendet. Da die Staaten von diesen Zertifikaten zuviele ausgegeben haben, sind diese im Jahre 2007 nur noch rund 15ct je Tonnen wert gewesen. Sämtliche Reste dieser Zertifikate wurden durch das UBA Umwelt Bundes Amt am 2.5.2008 entwertet.
    • EUA II (EU-Allowances) sind staatlich zugeteilte Emissionsberechtigungen zum Ausstoß einer bestimmten Menge CO2 im Jahre 2008-2012. Dieser Zertifikat-Typ wird im europäischen Emissionshandel seit dem 01.01.2008 von Firmen im Emissionshandel verwendet. Der Börsenpreis der Futures lag im Juli 2008 bei 29 Euro. Durch die Wirtschaftskrise sind die EUA2 nunmehr bei rund 12 Euro angelangt (März 2009).
    • CER (Certified Emission Reductions), also zertifizierte Emissionsreduzierungen sind Zertifikate über die geprüfte Vermeidung einer bestimmten Menge CO2-Ausstoß in einem Klimaschutzprojekt, das von einem unabhängigen Gutachter geprüft, vom CDM-Exekutivrat der UN-Klimarahmenkonvention genehmigt und in ein entsprechendes Register eingetragen wurde. CER können ab 2007 im europäischen Emissionshandel eingesetzt werden und kosten derzeit (März 2009) rund 11 Euro/Tonne.
    • VER (Verified Emission Reductions), also geprüfte Emissionsreduzierungen sind Zertifikate über die geprüfte Vermeidung einer bestimmten Menge CO2-Ausstoß. Sie stammen meist aus kleineren Klimaschutzprojekten, für die eine UN-Registrierung ökonomisch nicht sinnvoll wäre, werden von einem unabhängigen Gutachter geprüft und im freiwilligen Klimaschutz und freiwilligen CO2-Ausgleich eingesetzt. VER kosten nje nach projekt zwischen 12 und 24 Euro je Tonne.

    Für die Umsetzung des Emissionshandels in Deutschland ist die Deutsche Emissionshandelsstelle DEHSt beim Umweltbundesamt zuständig.

    © Copyright 2007
    the climate company